Tiere und Ethik

Tiere haben keine Rechte Tiere haben auf unserer Welt keine Rechte, weil die meisten Menschen ihnen keine zugestehen. Wenn es um das Abschlachten von Baby-Robben vor der kanadischen Ostküste, das Jagen von Walen und Delfinen und andere offensichtliche Grausamkeiten gegen Tiere geht, ist die Empörung und Ablehnung meist noch ziemlich einhellig. Was aber täglich bei uns an Unrecht und Unmenschlichkeit gegen die sogenannten "Nutztiere" ausgeübt wird, das interessiert schon viel weniger Leute. Es ist halt so viel einfacher, wegzuschauen, schönzureden und zu relativieren, vor allem dann, wenn es um Bequemlichkeiten oder Gewohnheiten des eigenen Lebens geht und man auf der Seite der "Mehrheit" doch einfach mitschwimmen kann.
Wir essen die Welt kaputt

So intelligent wie Albert Einstein muss man gar nicht sein, um zu erkennen, wie wahr der Satz links ist. Bei einem friedlichen Zusammenleben mit den Tieren auf dieser Welt, darf es keinen Unterschied geben zwischen "guten" Haustieren und denjenigen Tieren, die namenslos unter häufig schlimmen Bedingungen dahinvegetieren, um nur einem Zweck zu dienen: dem Verzehr ihrer Leiche als Schnitzel, Steak, Hendl, Fisch, Wurst, etc.


Abgesehen vom offensichtlichen Unrecht, das den sogenannten "Nutztieren" damit angetan wird, um immer mehr Menschen mit möglichst billigem Fleisch und anderen tierischen Produkten zu versorgen, gibt es viele gute und vernünftige Gründe, die intelligente und ethisch motivierte Gesellschaften zur Beendigung der(Massen-)Nutztierhaltung veranlassen müßten, darunter:
  • Die Indirektion der Nahrungskette durch das Füttern von "Nutztieren" verschärft die Ernährungsproblematik auf einer Welt, die von immer mehr Menschen bewohnt wird. Wir denken, dass es in hohen Masse unmoralisch ist, wenn übergewichtige und überernährte Wohlstandsbürger - darunter leider auch immer mehr Kinder - in den westlichen Staaten immer mehr Fleisch konsumieren, während in vielen Teilen der Welt nicht genug Getreide für Grundnahrungsmittel vorhanden ist.
  • Durch die (Massen-)Nutztierhaltung entstehen viele weitere Umweltprobleme: Überdüngung durch zuviel Gülle (Nitrat im Grundwasser), Verstärkung der Treibhausproblematik durch Methanemissionen riesiger Rinderherden, usw.
  • Die (Massen-)Nutztierhaltung vieler Tierarten unter völlig unnatürlichen Bedingungen begünstigt das Entstehen und die Ausbreitung von Tierseuchen. BSE und die sogenannte "Vogelgrippe" sind nur Beispiele dafür. Was der Mensch den Tieren antut, wird ihn letztlich selbst einholen.
  • Der übermässige Verzehr von Fleisch und tierischen Produkten in den westlichen Gesellschaften ist eine der wesentlichen Ursachen für viele Krankheiten. Wer sich vegetarisch ernährt, der beteiligt sich nicht nur nicht am grausamen Vernichtungskrieg des Menschen gegen die Tiere, er ist i.d.R. auch gesünder.


Für einen Bissen Fleisch nehmen wir einem Tier die Sonne und das Licht und das bisschen Leben und Zeit, an denen sich zu erfreuen seine Bestimmung gewesen wäre (Plutarch).

12 Fragen & Antworten zum Thema "Fleisch" Dieser Flyer des Vegetarierbundes Deutschland setzt sich mit Fragen auseinander, über die nachzudenken lohnt.
Für Tiere und Menschen auf der Erde wäre es ein großer Fortschritt, würden wir aufhören Tiere so gedankenlos und gefühllos zu "verbrauchen" wie es gegenwärtig der Fall ist.
"Sache" Tier Unsere westlichen Gesellschaften, die sich gerne als "entwickelt" und "human" - im Gegensatz zu anderen Ländern der Welt - sehen, behandeln Tiere juristisch als "Sache". Man muss kein besonders radikaler Tierschützer sein, um das anzuprangern, was an Perversionen gegen Tiere bei uns erlaubt ist und als völlig normal gilt. Die Haltungsbedingungen der "Nutztiere" in der Landwirtschaft geben viele schreckliche Beispiele ab. Jeder denkende Mensch kann sich ohne Aufwand darüber informieren, wie mit Tieren bei uns umgegangen wird und selbst Konsequenzen daraus ziehen (s. auch die Seite mit den Links). Verdrängen und Schönreden ist zwar sehr bequem und verbreitet, aber es entlässt niemanden aus der moralischen Mitverantwortung für die Tiere.
Tierethik und Religionen Die großen Religionen ignorieren bis auf die fernöstlichen Religionen das Recht der Tiere, auch auf dieser Welt leben zu dürfen, fast völlig. Bestimmte Religionen tragen durch archaische Vorschriften (Schächten von Tieren) sogar dazu bei, das Leid der Tiere noch mehr zu vergrößern. Welche moralische Autorität haben solche Religionen? Nach unserer Ansicht haben sie keine, auch wenn sie sich das tausendmal anmaßen. Innerhalb der christlichen Religionen hierzulande gibt es wenige Expontenten - wie etwa den katholischen Theologen Eugen Drewermann -, die der Gesamtheit der Schöpfung (Mensch, Tiere und Natur) Rechnung tragen, die "Mehrheitsreligion" aber ist reine "Folklore". Es gibt Standardrituale für Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse, sonst aber gilt die Devise: Hauptsache uns geht es gut, Rücksicht auf Natur, Tiere und "schwache" Menschen - sei es bei uns oder anderswo auf der Welt - existiert fast nirgends. Man ist in der Kirche, um "dabeizusein", mit der Mehrheit mitzulaufen, ohne Verstand und ohne sich ernsthaft mit "moralischen" Fragen unseres Daseins auf der Welt auseinanderzusetzen. Die organisierte "Mehrheitsreligion" ist aus unserer Sicht eine Negativauslese dieser Gesellschaft, die kein Problem damit hat, dass an "christlichen" Feiertagen besonders viele Tiere verspeist werden, die kein Problem mit der globalen Ungerechtigkeit hat. Wir wollen nicht bestreiten, dass es Mitglieder der Kirchen gibt, die anders sind, die Anliegen für mehr Gerechtigkeit der gesamten Schöpfung gegenüber teilen. Das aber sind Einzelne, die Organisation der großen Kirchen verdient diese Würdigung nicht und deshalb wollen wir damit auch nichts zu tun haben. Die Schöpfung existiert unabhängig von den pervertierten "Kirchen" und der Verantwortung, die jeder Einzelne dafür mitzutragen hat, kann man aus unserer Sicht ohne solche Kirchen auch besser versuchen, gerecht zu werden. Wenn es darum geht, der christlichen Botschaft einen Sinn durch konkretes Handeln zu geben, dann tun dies aus unserer Sicht viele private humanitäre Organisationen (kleine und grosse), Tier- und Naturschutzvereine tausendmal mehr als diejenigen, deren Aufgabe es eigentlich sein müßte, die aber fast ausschließlich nur um die "Wichtigkeit" ihrer Organisation und Hierarchie kreisen.
Menschen und Tiere Betrachtet man die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Evolution des Lebens auf der Erde, wird klar, dass die Tiere, mit den wir so gewissenlos umgehen, unsere nächsten Verwandten sind, mit denen wir den weitaus größten Teil der Entwicklung des Lebens auf der Erde teilen. Aufgrund seiner "Intelligenz" hat der Mensch eigentlich eine besondere Verantwortung für die gesamte Schöpfung, gerade auch für die Tiere. Es ist kein Zeichen von Intelligenz und Moral, wie wir tatsächlich mit den Tieren umgehen und es ist auch kein Zufall, dass viele Studien eine Korrelation zwischen tatsächlich vorhandener Intelligenz und vegetarischen Ernährungsformen zeigen (die Umkehrung gilt entsprechend wie leicht zu beobachten ist).

Wir glauben, dass das Überleben des Menschen und seine Weiterentwicklung auf der Erde nur dann möglich sein wird, wenn der Mensch seiner Verantwortung für Natur und Tiere viel mehr gerecht wird als bisher. Wie es Albert Einstein ausgedrückt hat, ist der Schritt zur vegetarischen Ernährung dabei etwas Zwangsläufiges. Tiere, Menschen und Natur gehören zusammen und können nur zusammen überleben. Was wir den Tieren antun, wird in anderer Form auf uns zurückkommen, in Form von Leid, Krankheit und Unglück. Wer meint, dass wir mit den Tieren und der Natur gewissenlos umgehen können und für uns selbst ein Leben in Frieden und Glück erwarten dürfen, der irrt sich. "Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben", so hat es Leo Tolstoi ausgedrückt. Wir sehen auch einen direkten Zusammenhang zwischen der Rücksicht auf Tiere und der Hilfe für sie und der Hilfe für schwache Menschen. Seit den 90er Jahren unterstützen wir mehrere Patenkinder in der dritten Welt und haben diese zum Teil auch selbst besucht. Für unsere Tochter Lea und unseren Sohn Luca haben wir als Dank zu ihrer Geburt eine Patenschaft für ein tibetanisches Flüchtlingsmädchen und einen tibetanischen Flüchtlingsbuben in Nordindien übernommen. Alles Leben auf der Welt hängt zusammen und kann nur als Einheit respektiert und erhalten werden.

Wir würden uns wünschen, dass sich mehr Menschen mit solchen Fragen auseinadersetzen und anfangen Konsequenzen daraus in ihrem Leben zu ziehen.